Herzlich Willkommen! Festival 2023:01.09. bis 08.10.

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Prof. Jaroslav Tuma

Die Musiker 2023
Jaroslav Tuma    www.jaroslavtuma.cz

Jaroslav Tůma wurde in Prag geboren. Bereits während des Studiums am Prager Konservatorium und an der Akademie der musischen Künste (bei Prof. Milan Šlechta und Prof. Zuzana Růžičková) machte er bei internationalen Wettbewerben auf sich aufmerksam.

Zu seinen größten Erfolgen zählen u.A. Auszeichnungen bei Orgel- und Improvisations- Wettbewerben in Nürnberg im Jahre 1980 und in Haarlem 1986 (jeweils der 1. Preis), weiterhin in Linz (1978) und beim Bachwettbewerb in Leipzig (1980). Der Haarlemer Wettbewerb gilt als der Wichtigste und Schwierigste weltweit.

Zahlreiche Konzerte führten ihn durch ganz Europa, in die USA, Japan, Mongolei und Singapur. In den Jahren 1990 bis 1993 führte Jaroslav Tůma die gesamten Orgelwerke von Johann Sebastian Bach auf, wofür ihm der Jahrespreis der Stiftung "Tschechischer Musikfond" verliehen wurde.

Tůmas besonderes Interesse gilt historischen Orgeln, deren Restaurierung, Klangdokumentation usw. In diesem Sinne präsentiert Tůma die bedeutendsten Instrumente verschiedener Stilepochen von der Renaissance bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, erschienen in der Reihe "Historische Orgeln in Böhmen" bei Supraphon.

Seit 1990 unterrichtet Jaroslav Tůma an der Musikfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag.  In den Jahren 1990-93 führte J. Tůma in 21 Konzertprogrammen in Prag das gesamte Orgelwerk von J. S. Bach auf. Am Klavichord trug er mehrmals Das Wohltemperierte Klavier von Bach in Gesamtheit vor. Zum 250. Todestag von J. S. Bach im Jahre 2000 studierte er auch die Goldbergvariationen ein. (vorgetragen u. a. im Rahmen des Festivals Prager Frühling, in Bayreuth, in Stralsund, an Haydn-Feiertagen in Dolní Lukavice). Er beschäftigt sich mit den Konzerten auf historischen Instrumenten und deren Kopien, neben der Orgel auch am Hammerklavier (Paul McNulty), Cembalo (František Vyhnálek) oder am Orgelpositiv (Vladimír Šlajch und Dalibor Michek).

In den vergangenen Jahren trat er bei verschiedenen Anlässen im In- und Ausland mit einer Reihe von außergewöhnlichen Solisten, Sängern oder Instrumentalisten auf, zum B. mit Gabriela Beňačková, Eva Urbanová, Placido Domingo, Joseph Malowany, Roman Janál, Franz Brüggen und vielen anderen. Auf den Konzertbühnen hatte er die Ehre unter der Leitung solcher Persönlichkeiten zu arbeiten. wie Miroslav Venhoda, Milan Munclinger, Peter Schreier, Libor Pešek, oder auch japanischen Dirigenten Otaka Tadaaki, mit dem er das Orgelkonzert von Francis Poulenc in Kyoto und Sapporo durchgeführt hatte.

Zu den regelmäßigen Kammermusikpartnern gehören die Violinistin Gabriela Demeterová, der Violinist Bohuslav Matoušek, der japanische Flötist Yoshimi Oshima und viele andere. Tůmas Diskographie zählt schon an die fünfzig Titel, vor Allem als Solist. Bei der Firma Supraphon erscheint seine CD-Reihe "Historische Orgel in Böhmen", die den authentischen Klang der berühmten Orgeln aus verschiedenen Zeitperioden von der Renaissance bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts darstellt. Sehr beliebt sind seine CDs mit Bachs Musik, z. B. die Orgelmesse, die Kunst der Fuge (in Zusammenarbeit mit Giedré Lukšaité-Mrázková), oder das Wohltemperiertes Klavier am Clavichord.

Tůma kann auf  zahlreiche Aufnahmen für Rundfunk und Fernsehen zurückblicken. Er war der Autor und Hauptprotagonist der elfteiligen Fernsehfolge zur historischen Orgel, die das Tschechische Fernsehen im Rahmen des Zyklus „Das Beste von der Klassik“ brachte. Für den tschechischen Rundfunk bereitet er regelmäßig Programme über Orgelmusik und andere klassische Musik vor. Er widmet sich ebenfalls damit, die  Öffentlichkeit auf historisch wertvolle Instrumente hinzuweisen und ist somit bemüht, deren Schutz und gefühlvolle Restaurierung durchzusetzen. Tůmas Repertoire umfasst alle Stilepochen.

Vor allem in der Orgelliteratur meidet er nicht die zeitgenössische Musik. Er führte wohl alle Werke der bedeutenden tschechischen Orgelkomponisten des 20. Jahrhunderts auf, wie sind z. B. Petr Eben ( u. A. Zyklen Sonntagsmusik, Laudes, Fenster für Trompete und Orgel), Klement Slavický (Zyklus Fresken) und Andere.

Großen Wert legt er auf die stilvolle Interpretation und die Ausnutzung spezifischer technischer Möglichkeiten der historischen Instrumente aus der böhmischen und mährischen Orgelbauerregion. Auch deshalb werden von ihm Autoren bevorzugt wie zum B. Josef Seger, Jan Křtitel Kuchař, Josef Klička oder Bedřich Antonín Wiedermann.

Außer den Werken der namhaften romantischen Orgelkomponisten (César Franck, Max Reger) widmet er sich auch den nur selten gehörten Autoren. Das Sankt-Wenzels-Triptych von Vítězslav Novák führte er beim Prager Frühling 1995 auf. Ebenso die Phantasie und Fuge op. 75b von Alois Hába (Internationale Orgelwoche, Nürnberg 2000).

Tschechische Musik präsentiert er regelmäßig an vielen Festivals. In den letzten Saisons wirkte er u. a. in Berlin, München, Hamburg, Dresden, Brüssel, Amsterdam, Gent, Genf, Zürich, Milano, Florenz, Barcelona, Wien, Stockholm, Göteborg, Budapest, Warschau, St. Petersburg, Moskau, Ljubljana, Tokio, Cleveland, Houston, Boston, Chicago usw. mit.  

Ein besonderes Kapitel stellen in Tůmas Programmen seine Improvisationen dar. Zu den vom Publikum unmittelbar vor dem Konzertbeginn bestimmten Themen entsteht eine für die verwendeten Instrumente und die Stimmung des Augenblicks "maßgeschneiderte" Musik.

Die Tonaufnahmen einiger dieser Kreationen aus den von den USA bis nach Japan veranstalteten Konzerten wurden auf der CD "Orgelimprovisationen" bei der Firma Arta Records herausgegeben. Jaroslav Tůma unterrichtet eigene Orgelklasse an der Musikfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag und wird oft zu der internationalen Jury für Orgel- oder Cembalowettbewerbe eingeladen, zum B. für den Internationalen Wettbewerb Prager Frühling, für den Internationalen Orgelwettbewerb in Opava, Internationale Orgelwoche in Nürnberg, Internationaal Orgelimprovisatieconcours im holländischen Haarlem oder für den Georg Muffat-Wettbewerb im österreichischen Schlägl. Er gibt seine Erfahrungen auch bei Interpretations- und Improvisationskursen im In- und Ausland weiter.  

Im Jahr 2009 war er Jurymitglied beim Ritter-Wettbewerb in Magdeburg und führte zusammen mit seinem langjährigen Freund Matthias Müller einen Orgelmarathon im Bördekreis durch. Er war schon des öfteren Gast beim Rühlmannorgel-Festival.

Es ist uns eine große Freude und Ehre, dass er sich dieses Jahr wieder Zeit für uns und unsere schönen Kirchen und Orgeln nimmt.
Kantor Matthias Müller
organista1 (at) web.de
Internationales Rühlmannorgel
Festival + Rühlmannarchiv
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